Eine Welt – Ein Markt.

Der internationale Handel mit Agrarprodukten ist ein entscheidender Faktor der Weltwirtschaft. Enorme Chancen, aber auch Anforderungen erwachsen aus dieser weiteren Internationalisierung und Globalisierung der Agrarmärkte. Wichtiger denn je wird die kontinuierliche Pflege weltweiter Beziehungen zu allen Marktteilnehmern sein, sowie der unmittelbare Zugang zu den von den Landwirten weltweit erzeugten Agrarrohstoffen. Wir expandieren in neue Märkte und nutzen weltweite Wachstumschancen. Toepfer wird sich mit seinen Partnern wie schon in der Vergangenheit auch in Zukunft diesen Herausforderungen stellen.

EU

Seit eh und je unser Zuhause.

Die Europäische Union ist unverändert die weltweit größte Einfuhrregion für Agrarprodukte. Zudem ist die EU der führende Exporteur von verarbeiteten Agrarprodukten. Mit einem Wirtschaftsraum von mehr als 500 Millionen Verbrauchern stellt die EU-27 zudem den weltweit größten Binnenmarkt dar. 

Traditionell sind die Einfuhr von Futtermitteln und Getreide in die EU und der Export von Getreide aus der EU Toepfers Stärken. Mit der Erweiterung der Gemeinschaft um die Länder Mittel- und Osteuropas haben wir uns noch intensiver im Binnenmarkt der EU engagiert. Über unsere Niederlassungen in Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien haben wir Zugang zu den dortigen Exportüberschüssen. So können wir unseren Partnern in der EU ein noch breiteres Angebot bieten. Wir sind damit mehr denn je der ideale Partner der Verarbeitungsindustrie in der EU. Wir sind mittlerweile auch zu einem bedeutenden Lieferanten von Rohstoffen für die Produzenten von erneuerbaren Energien geworden. Die Hersteller von Biodiesel und Bioethanol zählen heute ebenso zu unseren Geschäftspartnern wie Elektrizitätswerke, die Biomasse wie Holzpellets und Sonnenblumenschalen zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes einsetzen.

Die Erweiterung der EU haben wir genutzt, um unmittelbar in die Erfassung von Getreide und Ölsaaten in Rumänien und Bulgarien einzusteigen. Wir investieren weiterhin in diese Region, wo wir aktuell unsere eigene Frachtkahn-Linie betreiben sowie über etwa eine halbe Million Tonnen an Silo- und Lagerkapazität verfügen, einschließlich einer großen Exportverladeanlage im Hafen von Constanta.

Russland, Ukraine und Kasachstan

Europa wächst – wir wachsen mit

Die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen in Europa sind enger geworden. Die Länder der ehemaligen Sowjetunion sind mittlerweile in das Welthandelssystem integriert und gewinnen für den internationalen Agrarhandel eine immer größere Bedeutung. Wir haben uns frühzeitig auf diese Entwicklung eingestellt und eigene Niederlassungen in Russland, der Ukraine und Kasachstan gegründet. In der Ukraine sind wir eines der führenden Handelshäuser für Agrarprodukte. Der Schlüssel für diesen Erfolg war unsere frühzeitige Entscheidung, unmittelbar in die Erfassung einzusteigen und die gesamte Logistikkette von den landwirtschaftlichen Betrieben im Inland bis in die Exporthäfen am Schwarzen Meer selbst zu organisieren. Hierzu haben wir in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen in Silo- und Lagerkapazitäten und Umschlagsanlagen getätigt. So gehört uns heute ein großer Exportsilo im Hafen Odessa mit einer Lagerkapazität von fast 210.000 Tonnen. Darüber hinaus haben wir im Inland in den wichtigsten Erzeugungsregionen Silos erworben, die über eine Lagerkapazität von insgesamt fast einer halben Million Tonnen verfügen. Mit unseren Investitionen haben wir einen Beitrag zur Integration der ukrainischen Wirtschaft und vor allem des Agrarsektors in die Weltwirtschaft geleistet. Unser russisches Büro befindet sich in Rostow am Don mitten in einem der Hauptanbaugebiete für Getreide und Ölsaaten. Von dort aus nehmen wir in zunehmendem Maße am Exportgeschäft mit diesen Gütern teil.

Nordamerika

Der Markt, auf dem die Welt einkauft

Auf den internationalen Märkten für Getreide, Ölsaaten und Futtermittel spielt Nordamerika trotz der starken Konkurrenz aus Südamerika sowie der Ukraine und Russland unverändert eine zentrale Rolle. Kanada exportiert normalerweise etwa zwei Drittel seiner jährlichen Weizen- und Rapsernte (Canola), während die USA mehr als die Hälfte seiner Weizenernte exportiert. Die Liberalisierung der Märkte führt hier zu signifikanten Veränderungen. Seit vielen Jahrzehnten sind die USA das weltweit führende Exportland für Mais: Zwei Drittel des auf dem Weltmarkt gehandelten Maises kommen aus den USA. Auch bei Sojabohnen gehören die USA mit einem Anteil am Welthandelsvolumen von etwa 40 % zu den führenden Exportnationen. Dieser überragenden Bedeutung werden wir durch eine starke Präsenz im nordamerikanischen Markt gerecht – mit Stützpunkten in Minneapolis, Tampa und Winnipeg sowie einem Spezialunternehmen für den Getreideumschlag in Saskatoon. Die enge Zusammenarbeit mit ADM sichert uns direkten Zugang zu den Angebotsmärkten. Schnelle Informationen über das Marktgeschehen lassen uns Trends frühzeitig erkennen. Der Verbesserung unserer Leistungsfähigkeit dient unter anderem auch eine speziell für den Umschlag von Zitruspellets errichtete Anlage in Tampa, Florida, am Westrand eines der größten Zitrusanbaugebiete der Welt. Die Gesellschaft „Western Grain and Processing“ mit ihren beiden Standorten in Saskatchewan, Kanada trägt dazu bei, die Qualität vieler Produkte zu halten, wie z. B. Erbsen, Kichererbsen, Breitwegerich, Senf- und Leinsaat sowie Raps.

Südamerika

Immer bedeutender für die Weltagrarmärkte

In Argentinien und Brasilien, aber auch in Paraguay und Uruguay nimmt die Produktion von Agrarrohstoffen weiter zu. Die Landwirte auf diesem Subkontinent reagieren unmittelbar auf die von den Märkten kommenden Signale. Schon in den 1970er Jahren haben wir eigene Büros in Buenos Aires und São Paulo gegründet. Später kamen Niederlassungen in Montevideo in Uruguay und in Rosario in Argentinien hinzu. Ihre Aufgabe bestand damals wie heute darin, den Einkauf von Getreide, Ölsaaten, pflanzlichen Ölen und Futtermitteln im Auftrag der Hamburger Zentrale zu tätigen. Seit Gründung des Freihandelsabkommens MERCOSUR im Jahr 1996 kommt dem Handel innerhalb Südamerikas eine immer größere Bedeutung zu. Wir haben deshalb unser Büro in Buenos Aires zur regionalen Zentrale für diesen Binnenmarkt ausgebaut. Um unseren Kunden in Südamerika und weltweit den größtmöglichen Service zu bieten, haben wir in Argentinien erheblich in Silo- und Umschlagsanlagen investiert. Unsere Anlagen in Bahía Blanca, San Martín und Arroyo verfügen zusammen über eine Lagerkapazität für Getreide und Ölsaaten von nahezu einer halben Million Tonnen und von 20.000 Tonnen für Pflanzenöl. Schon seit einigen Jahren schließen wir Anbauverträge für Braugerste mit argentinischen Landwirten ab. Dadurch kann der kontinuierliche Zugang zu den von ihnen produzierten Agrarrohstoffen gewährleistet werden. Diesen Weg werden wir in Zukunft verstärkt gehen und auf andere Erzeugnisse ausweiten – entsprechend den Kundenwünschen und qualitativen Anforderungen.

Afrika und der Nahe Osten

Wachstum in allen Bereichen

Die Länder Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens zählen zu den größten Einfuhrregionen für Getreide, Ölsaaten und pflanzliche Öle. Und ihre Bedeutung wächst weiter, vor allem wegen der rasch zunehmenden Bevölkerung und steigender Einkommen. Da die klimatischen Bedingungen nur ein begrenztes Wachstum der eigenen Agrarproduktion zulassen, müssen die Einfuhren kontinuierlich ausgeweitet werden. Bereits heute haben die Länder dieser Region einen Einfuhranteil von zehn bis zwanzig Prozent am internationalen Handel mit Weizen und Mais. Rund 40 % des Welthandels mit Gerste sind allein für Saudi-Arabien bestimmt, das jährlich 6 bis 7 Millionen Tonnen importiert. Toepfer International hat sich frühzeitig auf die Möglichkeiten und Erfordernisse dieser Region eingestellt und intensive Verbindungen zu allen wichtigen Abnehmern aufgebaut. An den Lieferungen von Weizen, Mais, Gerste und pflanzlichen Ölen in diese Region halten wir einen bedeutenden Anteil. Zudem kaufen wir Düngemittel in dieser Region. Die nordafrikanischen Länder werden direkt durch unsere Zentrale in Hamburg, unsere Filiale in Kairo und unser Büro in Paris betreut. Unsere Niederlassung in Athen (Griechenland) ist für den Nahen Osten verantwortlich. Die Bevölkerung in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara wird wohl auch zukünftig stark zunehmen und das Wachstum in allen anderen Regionen der Welt deutlich übertreffen. Gleichzeitig verfügt die Region über ein großes Potenzial zur Erhöhung der Ernteerträge bzw. der Produktion landwirtschaftlicher Rohstoffe. Toepfer erkennt diese Chancen. Wir haben deshalb 2011 eine Niederlassung in Johannesburg in Südafrika eröffnet, die für den Handel in und mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara verantwortlich ist.

Asien

Die wichtigste Nachfrageregion für Agrarprodukte

Mehr als 60 % der Weltbevölkerung leben in Asien. Ein Drittel der globalen Getreideimporte sowie rund die Hälfte der Importe an Ölsaaten, Öl und Mehl entfallen auf die Region. Die Mentalitäten der Menschen sind so unterschiedlich wie die Handelsaktivitäten der Länder. Wir sind seit Mitte der 1960er Jahre in Asien vertreten. Ende der 1980er Jahre haben wir unsere Präsenz auf dem asiatischen Kontinent erheblich verstärkt. Vor dem Hintergrund des starken Bevölkerungswachstums und der stetigen Zunahme der Kaufkraft beteiligen wir uns seit 1989 zusätzlich am regionalen Geschäft in Asien. Die Zentrale für unsere Aktivitäten in diesen dynamischen Märkten ist unsere regionale Zentrale in Singapur. Dort erfolgt die Koordinierung aller Aktivitäten unserer asiatischen Niederlassungen, die Abwicklung der Kontrakte und der Befrachtung. Daneben ist Singapur wie alle anderen Büros auch Einkaufs- und Verkaufsagentur für die Zentrale in Hamburg. Dem unverändert wachsenden Markt der VR China haben wir uns durch die Gründung eigener Büros in Peking, Schanghai und Dalian gestellt. Im Hafen von Nantong besitzen wir entsprechende Lagerkapazitäten. Außerdem haben wir uns an einigen Ölmühlen beteiligt. Im Handel mit Sojabohnen ist China mittlerweile zum Weltmarktführer aufgestiegen. Wir halten an diesem Markt einen bedeutenden Anteil.

Australien

Die direkte Verbindung zu den asiatischen Wachstumsmärkten

Australien gehört zu den fünf größten Agrarexportländern der Welt. Das Land ist für uns seit vielen Jahren ein vertrautes Feld. Bereits 1987 hat Toepfer eine Niederlassung in Australien eröffnet. Über unseren Standort in Adelaide beteiligen wir uns seit eh und je am Export von Weizen, Futtergerste, Braugerste, Erbsen und Rapssaat. Durch die anhaltende Liberalisierung der australischen Agrarmärkte erschließen sich für uns neue Geschäftsmöglichkeiten, sowohl im Inlandsmarkt Australiens als auch im Exportgeschäft. Toepfer hat die Erfassung von Getreide und Ölsaaten in Australien erweitert, sodass wir in Zukunft die wachsende Nachfrage vor allem im asiatischen Raum noch besser bedienen können.